Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Ihr habt auch eine Powerwall, gekaufte Solaranlage, kleinen DIY Batteriespeicher, selbstgebaute Powerbank oder E-Bike Akkus etc.
Zeigt es uns, wir sind gespannt auf eure Projekte, egal wie groß oder klein. Ihr könnt auch gerne eure YouTube Videos etc. zeigen.
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Dietmar
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Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von Dietmar »

Hallo,
so sieht meine PV Bilanz 2020 aus:

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Zusätzliche Hintergrundinfos:
Strom stellt den gesamten Energieverbrauch des Hauses (240qm) dar. Zusätzlich verfeuere ich noch ca. 1 Schütt-Ster Holz (eher etwas weniger) in einem Kachelofen pro Saison. An kalten Tagen, oder nach Skiurlaub (siehe 6 Januar 20, wird mit elektrischen Heizregister nachgeheizt. Hierfür wären meiner Meinung nach noch Kryptominer ideal (da muss ich mich noch aufschlauen, wenn jmd Erfahrungen hiermit hat, her damit). Die Zentrale Lüftungsanlage läuft 365 Tage 24 Stunden durch.
Warmwasser wird über Luftwärmepumpe erzeugt (läuft fast ausschließlich über PV. Von März bis Ende September (Ausnahme August 2020) läuft noch die elektrische Umwälzpumpe vom Pool.
Aufs Jahr betrachtet bin ich im Plus. Einspeisevergütung beträgt 0,17 €.

Nun zu meinen Fragen:
1. So wie ich das sehe müsste eine Autarkie von März bis einschl Oktober möglich sein seht ihr das auch so? Anmerkung: Dezember sieht meistens wie Januar aus, November schwankt, Worst case wäre wie Februar.
2. Wie groß würdet ihr den Speicher dimensionieren?
3. Ich habe Bedenken einen LiFe Akku (analog dem 11 kWh Akku aus dem Video von Andreas) in den Keller zu stellen. Ich hätte reichlich trockenen Platz unterm Garagendach. Da wird es jedoch im Sommer warm, und im Winter kalt deutlich unter 0 Grad. Wie geht ihr damit um? Akkus in eine isolierte Kiste und beheizen?
4. Wie groß ist der Wartungsaufwand eines solchen Speichers? Was ist während einer Saison zu tun?
5. Ich habe keinesfalls vor aus dem Speicher einzuspeisen. Muss ich den Speicher anmelden?
6. Eure Meinung zur Rentabilität würde mich sehr interessieren. Meine Stomkosten lagen 2020 bei 710€.
7. Weitere Detailfragen zur Verschalung, Wechselrichter, Notstrom etc. folgen bestimmt noch.

Irgendwie hab ich Lust einen Speicher zu bauen, vielleicht finden sich hier noch weitere Interessenten, so dass Sammelbestellung sinnvoll werden.
Dateianhänge
Jahr 2020.png
Monat 2020.png
VG
Dietmar
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schmue
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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von schmue »

Hallo Dietmar,

bei so einer hohen Einspeisevergütung würde ich einen Teufel tun und an die Anlage gehen.

Das heisst nicht das du auf einen Speicher verzichten sollst. Man könnte mMn 2 Dinge tun.
a. AC Speicher bauen mit Überschussladen über 230V Ladegerät und separatem Batterie-WR mit 0-Einspeisung
b. separate PV-Anlage mit Hybrid WR

Nun zu deinen Fragen:

1. So wie ich das sehe müsste eine Autarkie von März bis einschl Oktober möglich sein seht ihr das auch so? Anmerkung: Dezember sieht meistens wie Januar aus, November schwankt, Worst case wäre wie Februar.
-Wenn der Speicher groß genug ist, ja.

2. Wie groß würdet ihr den Speicher dimensionieren?
2 max 3 Tagesverbräuche würde ich machen wenn ich den SPeicher kaufen muss. Was bei den genannten Lifepo ja der Fall sein wird.

3. Ich habe Bedenken einen LiFe Akku (analog dem 11 kWh Akku aus dem Video von Andreas) in den Keller zu stellen. Ich hätte reichlich trockenen Platz unterm Garagendach. Da wird es jedoch im Sommer warm, und im Winter kalt deutlich unter 0 Grad. Wie geht ihr damit um? Akkus in eine isolierte Kiste und beheizen?
Was für Bedenken hast du gegen Lifepos im Keller? Diese Art Akku reagiert recht heftig auf Temperaturschwankungen. Gerade im Minusbereich darf man diese Akkus nicht laden und eine Heizung würde natürlich auch den Effizienzwert nach unten drücken.

4. Wie groß ist der Wartungsaufwand eines solchen Speichers? Was ist während einer Saison zu tun?
Das kommt drauf an wieviel du in Überwachung investierst. Kann man nicht so pauschal beantworten.

5. Ich habe keinesfalls vor aus dem Speicher einzuspeisen. Muss ich den Speicher anmelden?
Siehe mein Eingangssatz

6. Eure Meinung zur Rentabilität würde mich sehr interessieren. Meine Stomkosten lagen 2020 bei 710€.
Ein Selbstbau hätte in meinen Augen schon das Potential sich in etwa 5 Jahren, evtl. auch weniger, zu armortisieren.


Ist alles nicht so einfach und pauschal zu beantworten.
LG Stefan

PV1: 8048Max, PCM60X | 9x 355W, 6x310W, 3x175W, 6x185W | Flachdach ca 190° SSW
PV2: *testing* 4048GE | 9x185W | Terassendach 280° WNW ca 15°
PV3: *in Planung* 48m² Gartenhausdach
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Dietmar
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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von Dietmar »

Hallon Stefan,
Danke für dein Feedback. :thumbup:
Ich werden die Einspeisevergütung nicht gefärden. Ich denke in Richtung AC Speicher.
Ich habe nur noch 2 kleine Dachflächen mit Ost und Westausrichtung, da kommt bei einer separaten PV vermutlich zu wenig rum, werde trotzdem mal rechnen.

Meine einfache Denkweise in Richtung Rentabilität ist, dass die Speicherkosten plus die Einspeisevergütung unter den Stombezugkosten liegen sollten. das geht aktuell nach meinem Kenntnisstand nur mit einem Selbstbau Speicher.

Speichergröße: Hier denke ich an eine Größenordnung von etwa 10kWh (16 Zellen halt). Was meinst du mit "....wenn ich den Speicher kaufen muss.." Ich kenne keine Quelle wo ich ihn geschenkt bekommen würde.

Wenn der Akku im Technikraum steht, was muss ich denn überwachen? Loadbalancer darf nicht ausfallen, BMS muss laufen..Temperatur sollte bei AC Speicher kein Problem sein.

Als Batterie Wechselrichter habe ich den Victron Multiplus II gefunden. Andere Empfehlungen hierzu?
VG
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schmue
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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von schmue »

Moin Dietmar,

Ost/West könnte dazu beitragen das der Akku kleiner sein könnte. Müsste man mal rechnen.

Die Rentabilität hat immer was mit dem betrachteten Zeitraum zu tun. Den musst du schon nennen.

Mit Speicher kaufen meinte ich: Wenn du nicht die Möglichkeit hast an 2nd Hand Lion Zellen zu kommen und daraus deinen Speicher zu bauen.

Zur Überwachung: Man kann natürlich auch seinen Speicher per Computer überwachen und bei Ausfall von BMS/Balancer entsprechend Alarm schlagen. Obwohl BMS und Balancer nicht die einzigen Verteidigungslinien darstellen sollten.
LG Stefan

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voltmeter
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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von voltmeter »

Dietmar hat geschrieben: Mi Okt 13, 2021 10:50 am

Wenn der Akku im Technikraum steht, was muss ich denn überwachen? Loadbalancer darf nicht ausfallen, BMS muss laufen..Temperatur sollte bei AC Speicher kein Problem sein.

Als Batterie Wechselrichter habe ich den Victron Multiplus II gefunden. Andere Empfehlungen hierzu?
der multiplus ist schon mal sehr gut, netzparalel bietet sich der 5000er an
dazu das diy bms v4 an falls du selbst löten kannst(willst)
das kann mit victron kommunizieren

als akku würde ich mal bei 10-16kwh lifepo(bei alibaba) anfangen ca 200-280Ah zellen dann kannst du das noch später erweitern
Dietmar
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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von Dietmar »

der multiplus ist schon mal sehr gut, netzparalel bietet sich der 5000er an
dazu das diy bms v4 an falls du selbst löten kannst(willst)
das kann mit victron kommunizieren
Danke für den Tip. Löten kann ich.
Die Rentabilität hat immer was mit dem betrachteten Zeitraum zu tun. Den musst du schon nennen.
Mein Einspeisevertrag läuft noch 12 Jahre. Nach meinen Berechnungen kann ich noch max. 400€ p.a. sparen. Bei aktuellem Strompreis, bin gespannt wohin sich der noch entwickelt. e-Auto steht frühestens in 3 Jahren an, spätestens dann sieht das Thema ganz anders aus.
Zur Überwachung: Man kann natürlich auch seinen Speicher per Computer überwachen und bei Ausfall von BMS/Balancer entsprechend Alarm schlagen. Obwohl BMS und Balancer nicht die einzigen Verteidigungslinien darstellen sollten.
KNX und Loxone ist vorhanden, wobei ich derzeit darüber nachdenke Loxone mit Apple Home zu ersetzen. Gerade wg der Erfahrungen mit Smart Home, möchte ich sowenig wie möglich eingreifen. Derzeit versuche ich die Komplexität zu reduzieren. Daher meine Frage, was muss ich im Minimum überwachen um das System sicher zu betreiben.
VG
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stromsparer99
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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von stromsparer99 »

Deine differenz zwischen Vergütung und Kaufen liegt bei ca. 10-12 Cent.
Wenn sich dein Speicher rechnen soll, dann müsste er bei einem Preis von ca. 5000€ knapp 42000 KWh Netzbezug sparen.
Wenn du die Speicherverlusste mit rechnest dann eher knapp 50000KWh.
Jetzt kannst mal übern Daumen rechnen wie lange das dauert.
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schmue
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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von schmue »

Dietmar hat geschrieben: Mi Okt 13, 2021 12:30 pm KNX und Loxone ist vorhanden, wobei ich derzeit darüber nachdenke Loxone mit Apple Home zu ersetzen. Gerade wg der Erfahrungen mit Smart Home, möchte ich sowenig wie möglich eingreifen. Derzeit versuche ich die Komplexität zu reduzieren. Daher meine Frage, was muss ich im Minimum überwachen um das System sicher zu betreiben.
Das ist doch schonmal ein Anfang. Mir persönlich würde es reichen wenn mir mein Smart Home sagt das BMS ist erreichbar und mir SOC und/oder Akkuspannungen anzeigen würde.
Sollte das wegfallen würde ich gerne eine Info bekommen. Mehr ist nur am ANfang inzteressant. Ansonsten ist so ein BMS schnell langweilig ;)
LG Stefan

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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von Dietmar »

Wenn sich dein Speicher rechnen soll, dann müsste er bei einem Preis von ca. 5000€ knapp 42000 KWh Netzbezug sparen.
Wenn du die Speicherverlusste mit rechnest dann eher knapp 50000KWh.
Jetzt kannst mal übern Daumen rechnen wie lange das dauert.
Viel zu lange, 15-20 Jahre und dann darf ich keine Defekte haben. Daher muss ich mir das Thema schönreden, hier weiterlesen lernen und noch mehr Lust darauf bekommen. Mal schauen was die Neue Regierung noch bringt.
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voltmeter
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Re: Dimensionierung / Rentabilität Speicher

Beitrag von voltmeter »

ein neues auto lohnt sich auch nicht.
es fahren aber viele davon rum ;)

damit will ich sagen nicht alles muss sich rechnen
was nützt einem das nicht haben eines akkus oder notstrom umschalters bei einem längeren stromausfall
da schaut man dann in die röhre
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