Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Ihr habt auch eine Powerwall, gekaufte Solaranlage, kleinen DIY Batteriespeicher, selbstgebaute Powerbank oder E-Bike Akkus etc.
Zeigt es uns, wir sind gespannt auf eure Projekte, egal wie groß oder klein. Ihr könnt auch gerne eure YouTube Videos etc. zeigen.
Benutzeravatar
Stefanseiner
Beiträge: 1674
Registriert: Sa Apr 11, 2020 8:44 pm
Wohnort: Saarland
Kontaktdaten:

Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von Stefanseiner »

Hallo zusammen,

nachdem ich nun schon eine Weile mitgelesen und auch hie und da vereinzelt etwas geschrieben habe möchte ich hier nun mein Projekt nach und nach dokumentieren.

Wer bin ich: Stefan, 37, Sozialpädagoge
Bild
Mehr steht hier -> Grüße von einem Bastler aus dem Saarland

Seit Ende März läuft nun unsere 9,3kWp PV-Anlage auf dem Gartenhausdach, mit Überschusseinspeisung. Nicht die beste Dachausrichtung, aber gut genug, sodass unser aktueller Tages-Strombedarf auf rund 3kWh zurück gegangen ist (aktuell = Heizung fast permanent aus).
Bild

Eigentlich war ich ziemlich happy damit. Doch dann...
dann bin ich über Andrea's Youtube-Kanal gestolpert. Pufferakku selbst bauen? Mit ggf. kostenlosen Zellen? Wie geil ist das denn :shock:

Also ettliche Videos geschaut, Tutorials durchschmökert und die bekannten Internetforen inkl. hier durchforstet, sehr viele andere Projekte verfolgt und unter die Lupe genommen.

Mein Plan:
Ich möchte gerne den Rest-Stromverbrauch auf Null senken, also wenn möglich keinerlei Strom mehr fremd beziehen,
gleichzeitig aber Überproduktion ins Netz einspeisen um die Anlage abzubezahlen.

Konkret möchte ich zusätzlich zur bestehenden PV-Anlage eine zweite, kleinere Anlage aufstellen mit
- 10KWh Powerwall mit 48V / in 14S Bauweise
- Hybrid-Wechselrichter mit Netzeinspeisung, vermutlich einer von diesen hier: Mpp Solar, EASunpower, Infinisolar, Effekta
- ~3kWp mit 8 Modulen JA-Solar 340Watt die ich noch übrig habe
- das Ganze soll auf unseren Holzunterstand kommen
Bild
- Monitoring: hier werde ich versuchen, das DIY 2.0 BMS von Andreas / DWL nach zu bauen, die modulweise Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit mit Sensoren gefällt mir hier sehr gut
- Balancing: wird es auch geben -> günstige Balancer mit PC Anbindung


Aktuell bin ich noch in der Planungs- und Sammelphase.

Seit genau drei Wochen bin ich nun dabei, fleißig Akkus zusammen zu tragen. Das ist ja wie eine Sucht :o

Am Anfang noch im Esszimmer rumgefrickelt, mittlerweile aber habe ich in der Garage bzw. Werkstatt meinen Akku-Arbeitsplatz eingerichtet

Woche 1:
Woche 1.jpg
Woche 1.jpg (522.7 KiB) 5424 mal betrachtet

Woche 2:
Woche 2 1.jpg
Woche 2 1.jpg (522.26 KiB) 5424 mal betrachtet
Woche2 2.jpg
Woche2 2.jpg (520.01 KiB) 5424 mal betrachtet

Woche 3:
Woche3 (1).jpg
Woche3 (1).jpg (497.09 KiB) 5424 mal betrachtet
Woche3 (2).jpg
Woche3 (2).jpg (413.78 KiB) 5424 mal betrachtet

Als Ladegeräte mit Kapazitätsmessung nutze ich 6x LitooKala Lii500, aktzuell aber nur für Stichproben, ob einzelne Akkuserien etwas taugen. Ich möchte erst alle Akkus beisammen haben und die Akkupacks zerlegt + sortieren, bevor ich dann strukturiert messe und dokumentiere.

Zur Dokumentation & Auswertung werde ich dann eine angepasste Excel Liste für Ergebnisse der Kapazitätsmessungen von Wolf aus dem SL Forum verwenden. Angepasst im Sinne von: übersetzt auf Deutsch, ein paar (für mich unnötige) Spalten rausgeworfen, die Grenzwertformeln für Innenwiderstand und Spannungsverlust nach 14 Tagen an meine Bedürfnisse angepasst, ein paar Zellen in die DB eingepflegt, die in Amiland anscheinen nicht so geläufig sind, bei mir aber zum Einsatz kommen.

Soweit erstmal
Zuletzt geändert von Stefanseiner am So Mai 03, 2020 9:58 pm, insgesamt 1-mal geändert.
Nick81
Beiträge: 886
Registriert: So Nov 17, 2019 3:28 pm

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von Nick81 »

Hi Stefan,

das klingt nach einem super Plan. Halte uns auf dem laufenden.
PIP 5048MS | 6x 340Wp mono (2KWp) Ostdach | 14S80P Powerwall
Benutzeravatar
Stefanseiner
Beiträge: 1674
Registriert: Sa Apr 11, 2020 8:44 pm
Wohnort: Saarland
Kontaktdaten:

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von Stefanseiner »

Akku-Unterbringung:
Ein Details, bei dem ich mir noch nicht sicher bin.

Fakt:
Ich möchte die Powerwall nicht im Haus haben. Wir haben da so viel (Arbeits-)Zeit und Herzblut in die Renovierung reingesteckt, wenn die Akkus hoch gehen und die Sicherungsmechanismen nicht greifen und dadurch die Bude abfackelt - das wäre eine Katastrophe, das Risiko werde ich nicht eingehen.

Deswegen werde ich Wechselrichter und Akkus direkt bei der PV am Holzunterstand aufstellen. Soweit, so gut, aber hier hapert es dann noch an der Detailplanung.

Idee 1:
- WR direkt an den Holzunterstand montiert, unter den Dachüberstand.
- Akkupacks in einen Metallschrank, der in etwa 5 - 7m Sicherheitsabstand zu dem Holzlager steht - nicht dass da alles lichterloh brennt, wenn die Akkus hoch gehen und der Schrank nicht hält

Mangels echtem Metallschrank (findet man irgendwie nirgends) dachte ich da an einen Spind, die gibt's zuhauf als 2er und 3er.
Etwa 50cm tief, 25cm Fachbreite, bereits Lüftungsschlitze drin

Dieser hier ist gerade für 40€ im Nachbarort zu haben
Spind.JPG
Spind.JPG (63.4 KiB) 5388 mal betrachtet
Rundherum abschleifen, dick Rostschutzfarbe drauf, die Tür mit Gummilippen abdichten.
Innen dann noch ein paar Zwischenfächer einschweißen und wenn noch Platz ist mit Farmazellplatten auskleiden - fertig.

Problem: die Leitungslänge zwischen Akkupack und WR wird dann bei 7 Meter Abstand Luftlinie locker mal 2x 10m Kabellänge, und da werden die Verluste schon ziemlich hoch


Idee 2:
WR direkt zu den Akkus, aber das wird im Stahlschrank vermutlich eng werden, außerdem wird es dann mit der Luftzirkulation eng werden, der Kamerad wird einiges an Kühlungsluft brauchen


Hier habe ich jedenfalls noch keine gescheite Lösung gefunden
Nick81
Beiträge: 886
Registriert: So Nov 17, 2019 3:28 pm

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von Nick81 »

Hi Stefan,

wenn du etwas Platz hast draußen, dann würde ich es etwas anders machen.
Ich würde eine kleine Hütte bauen, ruhig aus Holz. Gut isolieren und den WR und die Batterie dort rein. Die Batterie einfach an die Wand montieren. Für den Sommer vielleicht sogar noch eine Klimaanlage mit da rein.

So in der Art.


Die Strecke zwischen WR und Batterie kurz halten, sonst wird das Kabel schnell teuer. Die Kabel für die PV Module kann ruhig ein paar Meter länger sein.
PIP 5048MS | 6x 340Wp mono (2KWp) Ostdach | 14S80P Powerwall
Manfred P.
Beiträge: 822
Registriert: So Feb 16, 2020 5:18 pm
Wohnort: NRW

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von Manfred P. »

Hallo,
wie soll das dann im Winter mit den Akkus funktionieren? Bei Frost sollen/können diese doch nicht mehr geladen werden .
Gruß Manfred
1 kWp Ost / 3,7 kWp West / 7,2 kWh LiFePo4 Inselanlage
Benutzeravatar
Stefanseiner
Beiträge: 1674
Registriert: Sa Apr 11, 2020 8:44 pm
Wohnort: Saarland
Kontaktdaten:

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von Stefanseiner »

Ja das mit dem extra Häuschen wäre natürlich die ideale Lösung.
Mittelfristig wird da seitlich neben den Holzunterstande auch noch ein (von vorne offener) Geräteschuppen zum Unterstellen der Gartengeräte (Rasenmäher, Häcksler, Zweiachser Minitraktor, Holzspalter) hin kommen. Aber dieses Jahr passt das weder vom Aufwand noch vom Geld her.
Manfred P. hat geschrieben: Mo Mai 04, 2020 11:22 am wie soll das dann im Winter mit den Akkus funktionieren? Bei Frost sollen/können diese doch nicht mehr geladen werden .
Ach Mist. Das ist natürlich ein Problem. Kacke :|
Danke für den wertvollen Hinweis.
Und um gescheit dick mit Mineralwolle zu dämmen reicht der Platz wahrscheinlich nicht aus. Muss ich mal durchrechnen und messen. Ist halt schwierig so lange ich noch nicht genau weiß, wie groß meine Akkupacks werden. Aktuell plane ich noch mit 14S120P als Maximum, eher kleiner wenn die Kapazität der einzelnen Zellen gut ist.
Benutzeravatar
MMoeller
Beiträge: 20
Registriert: Mo Dez 23, 2019 6:50 pm
Wohnort: Bebra

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von MMoeller »

Hallo,
Eventuell wegen der Kälte doch ins Haus? Ich habe es bei mir so gelöst das ich den wechelrichter samt Batterie Anlage in einen ungenutzen/ nicht mehr genutzten Heitzungsraum zu verfrachten was den Vorteil hat das ganzjährig so 20-25C° sind. Außerdem konnte ich alle Kabel durch den ungenutzten Kamin legen, die wände vom Raum sind verstärkt und vor dem raum ist eine Dicke Brandschutztür, sollte also sicher sein, Vielleicht kommt sowas ja auch für Dich in Frage.
Mit Freundlichen Grüßen M.Möller
Benutzeravatar
Stefanseiner
Beiträge: 1674
Registriert: Sa Apr 11, 2020 8:44 pm
Wohnort: Saarland
Kontaktdaten:

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von Stefanseiner »

einen ungenutzten "Feuerbunker" habe ich leider nicht übrig. Ich könnte höchstens Platz schaffen in einem Kellerraum. Da haben wir 70cm Bruchsteinwände mit Kaspendecke aus Ziegelsteingewölbe. Das brennt zumindest mal nicht ganz so schnell. Bei dieser Alternative müsste der Akkuschrank dann aber zu 1.000% feuersicher gemacht werden.

Wie heiß brennt so ein Lithium-Feuer wenn sich ein 120er Zellenblock entzündet?
Benutzeravatar
MMoeller
Beiträge: 20
Registriert: Mo Dez 23, 2019 6:50 pm
Wohnort: Bebra

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von MMoeller »

So ein Lithium-Feuer wird schnell mehrere 1000C° heiß, da ist die frage ob dir ein Blech oder Metal schrank nicht einfach wegschmilzt... oder ob die Löschanlage z.b. mit solchen löschperlen das feuer schnell genug löschen können... eventuell zerberstet dir ein solcher Blechschrank auch.. Bin aber auch kein experte in diesem Bereich.
Manfred P.
Beiträge: 822
Registriert: So Feb 16, 2020 5:18 pm
Wohnort: NRW

Re: Projekttagebuch: 10kWh Akku mit 3kWp auf dem Holzunterstand

Beitrag von Manfred P. »

Hallo,
du hast sicher Recht, dass ein Metallschrank nur gut ist solange nichts passiert. Laut Google brennen Lithiumzellen bei mehr als 1000° und nicht bei mehreren 1000° Grad.
Ein kleiner Unterschied aber dennoch für die Sache unerheblich.
Gruß Manfred
1 kWp Ost / 3,7 kWp West / 7,2 kWh LiFePo4 Inselanlage
Antworten