Strom an Nachbarn abgeben

HeSo
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Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von HeSo »

Moin zusammen,
wir sind eine Einzelhaussiedlung und ich hab mit 13kwp so einiges an Überschuss den ich 3/4 des Jahres billig an den Netzanbieter verkaufe, das Problem kennen wir ja alle.

Nun bin ich auf die Beiträge von Pionierkraft gestoßen die ja ein recht guten Ansatz haben aber leider gibts da so keinerlei Infos.

1. Ich glaube zwar nicht das es sowas gibt aber kann man 230V Wechselstrom sinnvoll begrenzen? Eine Idee ist 230V mit 1A Begrenzung einfach zum Nachbarn zu schicken, der ist seine Grundlast los und einspeisen tut er nie. Da meine Netzfrequenz ja leicht höher ist durch meine PV als seine geht der Strom ja nur in seine Richtung. Natürlich überschussgesteuert, einfaches Relai/Stromzähler. Stichwort Netzkoppler? Trenntrafo? Finde dazu nichts was in die Richtung geht.

2. Da mein DIY Akku auf dem Weg ist den ich mit einem Multiplus2 48/5000 betreibe könnte ich natürlich einen Modulwechselrichter nehmen der 250Watt Leisten kann und an meinen Akku anschließen. Die andere Seite geht dann an meinen Nachbarn, das sollte doch funktionieren oder? Aber damit belaste ich natürlich meinen Akku, wenns auf der 230V Schiene gehen würde wärs mir deutlich lieber.

Über die rechtlichen Geschichten bitte nicht diskutieren, das ist ein Gedankenspiel. Einiges ist tatsächlich erlaubt, aber das soll hier bitte kein Thema sein. Nur die technischen Möglichkeiten interessieren mich.

Gruss
HeSo
Carolus
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Re: Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von Carolus »

HeSo hat geschrieben: Do Mai 12, 2022 9:35 pm
1. Ich glaube zwar nicht das es sowas gibt aber kann man 230V Wechselstrom sinnvoll begrenzen? Eine Idee ist 230V mit 1A Begrenzung einfach zum Nachbarn zu schicken, der ist seine Grundlast los und einspeisen tut er nie.
Es gibt irgend einen Multiplus Dingsda, der kann bei 220 V Bezug begrenzen, aber schicken? Schwierig.
HeSo hat geschrieben: Do Mai 12, 2022 9:35 pm
Da meine Netzfrequenz ja leicht höher ist durch meine PV als seine geht der Strom ja nur in seine Richtung.
Da hast du irgendwas falsch verstanden. Frequenz ist bei allen, ich sage fast in Westeuropa, gleich. Was sich unterscheidet ist die Phasenlage.
HeSo hat geschrieben: Do Mai 12, 2022 9:35 pm Natürlich überschussgesteuert, einfaches Relai/Stromzähler. Stichwort Netzkoppler? Trenntrafo? Finde dazu nichts was in die Richtung geht.
Ich habe ehrlich gesagt keine gute Idee, wie man das machen könnte. Die einzige Ausnahme ist ein leistungs- oder strombegrenzbarer Grid Tie Inverter, Sun GTI oder Soyo, den du von deiner Seite befeuerst.
HeSo hat geschrieben: Do Mai 12, 2022 9:35 pm 2. Da mein DIY Akku auf dem Weg ist den ich mit einem Multiplus2 48/5000 betreibe könnte ich natürlich einen Modulwechselrichter nehmen der 250Watt Leisten kann und an meinen Akku anschließen.
Ups, da steht's ja auch.
HeSo hat geschrieben: Do Mai 12, 2022 9:35 pm Die andere Seite geht dann an meinen Nachbarn, das sollte doch funktionieren oder? Aber damit belaste ich natürlich meinen Akku, wenns auf der 230V Schiene gehen würde wärs mir deutlich lieber.
Ja, und ja, und leider ist das so.

Aber ich habe eine Idee. Wenn du per Zeitschaltuhr, oder PV leistungsgesteuert, den Modulwechselrichter / Soyo auf der Gleichspannungsseite abschaltet, dann belastest du deinen Akku nicht.
Liefern tust du dann nur am Tage bei Sonne. So willst du es ja auch.
HeSo hat geschrieben: Do Mai 12, 2022 9:35 pm Über die rechtlichen Geschichten bitte nicht diskutieren, das ist ein Gedankenspiel. Einiges ist tatsächlich erlaubt, aber das soll hier bitte kein Thema sein. Nur die technischen Möglichkeiten interessieren mich.
Wenn du dann die geschaltete Gleichspannung zu deinem Nachbarn rüberschickst, natürlich nur zur Beleuchtung des Gartenhauses, ist das bei dir nicht netzgekoppelt. Bei ihm auch nicht. Wenn er daran einen Grid tie betreibt, .... Was ist das dann ? Ein Balkonkraftwerk ohne PV?
Kann er das als BKW anmelden? Er muss ja nur den Wandler angeben, nicht welche Panels er wo hat..... :mrgreen:
Ich bin kein Amateur, aber ich lerne trotzdem noch.
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voltmeter
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Re: Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von voltmeter »

ich glaube das geht nur über einen weiteren kleinen multiplus den muss dein nachbar kaufen und dann kannst du den bei dir installieren
das kabel musst du dann zu deinem nachbarn legen und der braucht noch ein smartmeter welches die abgabe regelt
helge
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Re: Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von helge »

Nachbar legt Verlängerungsleitung zu dir, Nachbar kauft "GridTieInverter XYZ" beispielsweise Sun1000, dieser wird in das Verlängerungskabel eingestöpselt und der DC Input kommt von deiner Batterie, sobald sie da ist.

Bis die Batterie da ist, kannst du ein Netzteil zwischen dein Hausnetz und den Gridtie schalten, damit werden beide Hausnetze getrennt und du musst dir keine Gedanken um Phasenlage ect. machen.

Dieser Inverter wird dann auf einen festen Leistungswert eingestellt.
Freundliche Grüsse aus dem Schwabenländle

6,0 kWp - West 55° 15x BauerSolar 405W
3,9 kWp - Ost 55° 3x + Ost 30° 6x SunPowerMaxeon 430W
Sunny TriPower 8.0 + 1.5kW MPPT LadeRegler
Victron MultiPlusII 3000 - 3Phasen
10kW LiFePo4 DIY
HeSo
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Re: Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von HeSo »

Wow super ihr habt sehr gute Ideen, danke für die Aufklärung, hatte Frequenz und Phasenverschiebung ein bisschen zusammengepackt, aber da les ich mich noch mal ein. Die Idee den Sun1000 und Co klingt sehr vielversprechend.
Euch vielen Dank für den vielen Input.


Und der Leistungsaufnahmebegrenzer war schon im Warenkorb aber wenn ich das richtig gelesen hab schaltet der einfach nur für eine bestimmte Zeit den Strom ab wenn die eingestellte Wattzahl den Wert überschreitet, der begrenzt leider nichts.
Lulu09
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Re: Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von Lulu09 »

Warum nicht ein Kabel legen zum Nachbar mit Stromzähler dran (gibts ja auch günstig) wo einfach nur die Waschmaschine dran hängt? Die frisst im Jahr genug.
Wenn er diese nur tagsüber laufen lässt, kannst du ihm die kWh für 11 Cent zb verkaufen. Winwin Situation.
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voltmeter
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Re: Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von voltmeter »

das problem ist wenn der die laufenläst solange die sonne nicht scheint bezieht der netzstrom für 11ct

wenn dann darf das nur überschuss geregelt laufen aber dann ist man auf gutes wetter angewiesen
HeSo
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Re: Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von HeSo »

ja irgendwie darf das nur übern Überschuss laufen und tatsächlich kostet sone Waschmaschinenladung fast nix. Ich verbrauche mit 5 Personen ca 5000 kwh im Jahr, das heißt 13,7 kwh pro Tag.
Nun habe ich eine Grundlast von 350-400 Watt die wirklich 24 Stunden mindestens anliegen, wenn nix weiter an ist und alle schlafen. (hab da nen Empuria Stromzähler dran)
Rechnen wir mal mit 375 Watt sind das schon mal 9 kwh, heißt jeder Verbrauch wie Licht, Kochen, TV, Waschmaschine und Trockner, Geschirrspüler (Waschmaschine und Geschirr 1x am Tag) sind nur ca 1/3 meines Strombedarfes, 2/3 sind ein nur Grundlast. Von meinen 150 Euro pro Monat Strom sind also 100 Euro Grundlast und 50 Euro alles andere.
Aus anderen Foren hab ich auch rausgelesen das ich da der Durchschnitt bin, ein paar liegen bei 250-300 aber auch einige bei 400-500 Watt.

Mein Gedankenspiel einfach seine Grundlast zu übernehmen mit möglichst billigen Bauteilen wäre der größte Teil seines Strombedarfes. Natürlich nur rein hypotetisch.
Lulu09
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Re: Strom an Nachbarn abgeben

Beitrag von Lulu09 »

und halt nur Tagsüber die Grundlast übernehmen wenn Überschuss da ist.

Finde es geil und werde das hier verfolgen.
Hätte ein 4 Partein Mietshaus direkt nebenan die ich mitversorgen könnte :-D
Aktuell hab ich bei dem Traumwetter 150kWh pro Tag zu viel!!!


Irgendwie müssen wir auf die deutschen Gesetze nen riesen Haufen machen...ignorieren und einfach machen
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