Seriell initialsieren von Akkus - howto

Carolus
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Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von Carolus »

In dieser Post möchte ich mein Verfahren, wie man LiFePO seriell initialisiert, detailliert beschreiben.
Da das ein längerer Beitrag wird, werde ich das nicht in einem Rutsch schreiben können.

Dazu möchte ich diesen ersten Beitrag des Threads immer weiter ergänzen und bearbeiten, und auch Hinweise von Postern berücksichtigen, dazu bitte ich die Mods ausdrücklich um Erlaubnis.

Des weiteren weise ich von Beginn an darauf hin, dass die Frage von parallel oder seriell Initialisieren kein Thema von gut oder schlecht ist. Es gibt Unterschiede, und ob die jemand als Vorteil oder Nachteil bewertet, ist schon seine Sache.

Allgemeines
Die meisten Akkuzellen kommen heute mit unter 3 V, also praktisch komplett leer. Das ist ein sicherer Zustand zum Transport.

Paralleles Initialisieren ist vom Ablauf her simpel. Es benötigt nur geringe Kenntnisse, die sich im Ablauf auch nicht wirklich verbessern. Das Initialisieren dauert bei 4s lange, bei 8s sehr lange, und bei 16s endlos. Über 2p16s sage ich jetzt nichts.. :D
Es funktioniert, fast ohne das man etwas falsch machen kann, aber wirklich lernen tut man weder über den Akku noch übers initialisieren etwas.

Ich unterscheide beim Seriellen Initialisieren zwischen zwei Stufen, Laden und Balancieren, weil während des größten Teils beim Laden eigentlich nichts passiert und nichts zu tun ist. Das ist auch der Teil, bei dem man den grossen Teil der Zeit spart. Erst wenn Zellen voll werden, muss man eingreifen.
Wer will, kann auch für die Stufe 2 auf paralleles Initialisieren wechseln. Das werde ich aber hier nicht behandeln.

Serielles Initialisieren geht schnell, weil der Ladevorgang seriell verläuft. Das eigentliche Balancieren gegen Ende wird vom Benutzer unterstützt, bzw. gemacht, dabei lernt man auch etwas über das Thema. Wirklich falsch machen kann man dabei auch nicht viel, solange man dabei bleibt und nicht weggeht. Diese Phase dauerte bei mir bei meinem letzten 8s 100 Ah Akku einen Abend.

Warnhinweis
LiFePo Akkus dieser Größe sind kein Kinder-Spielzeug. Eine einzige 280 Ah Zelle speichert in etwa elektrisch eine Kilowattstunde. Damit kann man 8 Liter Wasser zum Kochen bringen oder den Lichtbogen eines Schweissgerätes bei 100 A fast 20 Minuten brennen lassen, oder einen 1000 W Heizstrahler eine Stunde lang. Man kann auch sagen, gleicher Energieinhalt wie 100 ml Benzin.
Wenn ihr damit einen Kurzschluss baut, dann zeigt euch der Akku, in welcher kurzen Zeit er das rausballern kann. Entweder zerlegt euch das Kabel, Bananenstecker, Schalter oder, im günstigsten Falle, eine Sicherung. Bis dahin, Glück gehabt.
Richtig spannend wird es, wenn der Kurzschluss durch auf die Pole fallendes Werkzeug verursacht wird....


Ist mir selbst passiert, fallendes Werkzeug, aber es fiel daneben.

Also, seid vorsichtig, spielt nicht herum, nie in Hektik "Mal eben....", Geht in kleinen Schritten vor, immer wieder überprüfen....

Es ist keine Feigheit, sein benutztes Werkzeug mit Isolierband einzuwickeln, dass nur die Arbeitsflächen freibleiben.



Equipment
Gutes Multimeter
Stromzange DC
Labornetzteil, Kabel, Krokodilklemmen.
Autobirne oder eine andere Last zum Einzelzellenentladen beim Balancieren.

Zum maximalen Strom des Labornetzteiles, ich habe eins mit 2 Mal 1 A 30V, oder ich benutze einen Alipress Up Konverter, mit ca 130 Watt, an einem 12 V 20 A Netzteil. Das ist für meine jetzige Leistungsklasse bei weitem ausreichend. Ich würde sagen, dass ich bei 2 Mal 280 Ah, also 500 Ah, noch mit 10 A drangehen würde. Das laden dauert dann 2 Tage, Ausbalancieren vielleicht nochmals 2. Finde ich nicht zuviel, soviel Zeit muss für sorgfältiges Vorgehen eh sein.

Kenntnisse
Grundkenntnisse Elektrotechnik, Gleichstrom, ohmsche Gesetz, Messen von Strom und Spannung, Kenntnisse über den Spannungsverlauf eines LiFePo. Ich werde später ein Bild dazu einstellen.


Vorbereitung
Der Akku wird seriell zusammengestellt, wer will auch in seiner endgültigen Konfiguration. Heisst, auch ein 2p16 s wird genauso verbunden. Beim parallelschalten von 2p Stufen natürlich auf gleiche Spannung achten, sonst zeigen einem die Zellen, welchen Strom sie liefern können.
Das BMS wird angeschlossen und muss betriebsbereit sein. Die BMS Spannungsanzeige wird ein wichtiger Helfer werden.

BMS anschließen ist der erste Härtetest. Man hat einen Draht mehr als die Stufenzahl, und jeder muss an seinen richtigen Platz. Einer an Masse, einer an Plus, einer an jeden Verbinder dazwischen. Es ist egal, an welche Seite eines Verbinders der Draht kommt, aber macht es einheitlich, weil es unter Strom zu einem winzigen Unterschied in der Spannungsmessung kommt.
Plus ist einfach, der ist fast immer rot. Masse ist meist ein schwarzer. Und alle dazwischen sind bunt. Oder nicht. Da muss man am BMS abzählen, der erste neben rot kommt an den obersten Verbinder, der nächste an den Zweitobersten....
Oder je nachdem, was ihr für ein BMS habt.
Spannend ist..... Beim Spannung anschließen muss es richtig sein. Ist es nicht richtig kann das BMS kaputtgehen, es gibt also keine Garantie für eine zweite Chance.
Also, lieber 3 Mal fragen und 5 Mal prüfen... Hab ich beim ersten Mal auch gemacht
.


Initialisieren Stufe 1 - Volladen
Dazu wird eine Ladequelle angeschlossen, vorzugsweise ein Labornetzteil, welches man auf eine beliebige Ausgangsspannung einstellen kann. Die Spannung stellt man ein auf Stufenzahl mal 3,4 V, bei einem 2p16s also 16 mal 3,4 V.
Strom auf ein vernünftiges Maximum des Netzteils, ein chinesisches 10 A Netzteil stellt man auf 7 A.... Es geht auch so schnell genug.
Dann schaut man regelmässig zu, wie die Spannung steigt.


Man kommt in den Bereich 3,35 V, bei dem es endlos lange nicht mehr höher zu gehen scheint, und wenn, dann ist die Ladung zum grösseren Teil erledigt. Sobald der Strom anfängt zu fallen, erhöht man die Spannung in Stufen von 0,1 V, bei 16 s 0,2 V bis die erste(n) Zelle(n) 3,5 V überschreiten.
Strom abschalten, 5 min stehen lassen.

Initialisieren Stufe 2 - Ausbalancieren
Jetzt beginnt das Ausbalancieren.

Ich rede an dieser Stelle von Top Balancing. Das bedeutet, das man die Ladezustände aller Zellen so miteinander abgleicht, das alle genau zur gleichen Zeit Voll werden.


Man schaut sich die Spannungen an. Zellen mit über 3,4 V sind praktisch voll, Zellen mit niedrigererer Spannung, unter 3,35 V noch nicht.
Man wird feststellen, das das BMS wahrscheinlich schon mit Balancieren begonnen hat, aber wir werden ihm helfen.

Dazu macht man entweder:
- Entladen voller Zellen mit einer Autobirne, die natürlich NUR über ein oder maximal 2 Zellen angeschlossen wird.
- Laden von Zellen mit der kleinsten Spannung mit dem Labornetzteil, das natürlich auf 3,55 V und sinnvollem Maximalstrom eingestellt wird. Natürlich kann man auch 2 oder 3 oder mehr Laden, wenn sie hintereinander in Reihe sind.

Und man darf natürlich beides gleichzeitig tun, das kommt sich ja nicht in die Quere.

- Selbstverständlich darf man auch eine einzelne volle Zelle entladen, während das Netzteil die volle Spannung an der gesamten Kette lädt. Besonders schlau ist es, dabei mit dem gleichen Strom zu laden, wie die Auto-Birne aus der einzelnen Zelle herausholt..... oder aus zweien...

Für den Anschluss von Lampe oder Netzteil kann man die Zellverbinder dranlassen. Aber ich nehme bewusst erst die beiden Kabel des Netzteils von ihren vorherigen Anschlüssen ab, verbinde das Netzteil mit dem Voltmeter, stelle die Spannung neu ein, verbinde die Masse von Netzteil und Voltmeter mit dem Minuspol der zu ladenden Zelle, messe nun die Spannung des neuen Pluspols, die muss mit der Spannung des Netzteils grob übereinstimmen, und prüfen noch 3mal (dreimal) den neuen Anschluss beider Leitungen an die neue Stelle des Akkus.

Wenn man den Zellen mit hoher Spannung etwas abgezapft hat, und alle z.b. unter 3,4, lädt man mit kleineren Strom wieder nach.
Und wenn einzelne wieder hochlaufen, beginnt das nachhelfen, gemeint sind Birne oder Einzelzellenladen, wieder von vorne.

Mit diesen "Werkzeugen" müsst ihr nun den Akku vollmachen, bis alle Zellen über 3,45 V sind.

Hier kommt der Lerneffekt zum tragen, was mache ich in welcher Kombination? Immer daran denken, das das Hauptziel vollmachen ist, denn da wollen wir hin.

Initialisieren Stufe 3 - Inbetriebnahme und Tests
Sind alle Zellen über , sagen wir 3,45 V, so ist die Hauptarbeit geschafft. Den Rest kann man jetzt vom Balancer des BMS erledigen lassen, damit sollte der fertigwerden.

Immer wieder sehe ich von Neulingen, noch bevor sie zum ersten Mal Strom auf einen Akku geben, dass sie einen "starken Balancer" brauchen. Das sehe ich nicht so. Um einen guten intakten Akku zu betreiben, braucht man ... gar keinen Balancer. LiFePo Zellen haben ähnlich wie Bleiakkus eine gering erhöhte Selbstentladung, die bei vollem Akku etwas Ladung vernichtet.
Mit steigenden Alter und bei hohen Strömen kommen kleine Ungleichheiten der Zellen zusammen, denen man mit dem Balancer begegnen. Einen sehr großen Einfluss haben aber die Betriebsbedingungen. Es ist ein Unterschied, ob ein Akku einen Zyklus Probetag macht, und dabei 10 min voll ist, so dass ein Balancer sinnvoll arbeiten kann, zu einem Betrieb mit z.b. 3 Zyklen in 4 Wochen, wobei dann endlos Zeit ist für balancieren.
Für die Erstinitialisierung ist fast jeder Balancer zu schwach, bei angenommenen 10% SOC Unterschied sind das 28 Ah, die der leersten zur vollsten Zelle fehlen. Macht aus technischen Gründen bis zu 56 h balancierbetrieb, bis der Akku gleich ist. Für einen Arbeitsbetrieb ist 1 A schon eine ganze Menge.
Und wer es nicht glaubt, der Nissan Leer hat 8 mA Balancerstrom
.

Nachfolgend beschreibe ich verschiedene Einzelaktivitäten, die sowohl dem Test des mechanischen Aufbaus dienen, das BMS testen oder die Eigenschaften von Zellen Ermitteln. Das geht mehr oder weniger gleichzeitig bei einer ersten Entladung, die mit einem moderaten Strom, nicht mehr als 1/10 C gemacht werden.

Initialisieren Stufe 3.1 BMS Tests
Das BMS am Akku ist ja schon eine Weile in Betrieb, gleichzeitig wurde von seinen Möglichkeiten nach der obigen Beschreibung so wenig wie möglich ausgenutzt, eigentlich wurde nur die Spannungsmessung benutzt.
Da aber auch ein BMS Fehler haben kann, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, ein paar Sachen am BMS zu testen.

Test Spannungsmessung BMS
Auch wenn das spät kommt, sollte man mal mit einem guten Multimeter die Zellenspannungen der Stufen messun und mit den Anzeigen des BMS vergleichen. Dabei geht es nicht um das letzte Millivolt, wir werden es hier nicht schaffen, dass die Messwerte au 0,1% gleich sind, das würde für beide Messungen diese genauigkeiten erfordern. Und selbst wenn, dann wäre der erlaubte Messfehler +- 0,2 %, oder plus minus 6 mV, so dass wir uns damit begnügen müssen, dass wir runde 10 mV Unterschiede tolerieren sollten.
Damit ist man eigentlich schnell fertig, nacheinander mit den Messleitungen an die vorhandenen Stufen gehen, immer nur an eine, und die angezeigte Spannung mit der BMS Anzeige vergleichen. Normalerweise dürfte das sich sehr ähnlich verhalten, wenn eine Zelle wirklich andere Spannung hat, mehr als 15 mV im Vegleich zu den anderen Stufen "anders", sollte man mal genauer hinschauen.

Test Strommessung des BMS
Das ist eigentlich auch schnell gemacht, mit 5 bis 10 A belasten, bitte noch nicht mehr, und man muss eine vergleichbare Anzeige im BMS haben.

Test Temperaturanzeige des BMS
Die Temperaturemessungen sind manchmal ziemlich ungenau, bei meinen BMS war oft mehr als ein Grad Unterschied. Ist jetzt nicht wirklich dramatisch, aber sollte man wenigstens wissen. Einige BMS kann man auch diesbezüglich nachkalibrieren.

Test OVP BMS
Jetzt geht es an die wichtigen Schzufunktionen des BMS, Überspannungs - und später auch Unterspannungsabschaltung. Momentan ist der Akku voll, also testen wir die OVP Abschaltung.
Nun wollen wir ja nicht wirklich einzelne ode alle Zellen in die Überspannung treiben, um zu testen ob das BMS korrekt schaltet. Daher biete ich zwei verschiedene Varianten an, um das ohne Akkuquälerei zu machen.
- Variante 1 - Verstellen der OVP Schwelle
Völlig simpel, wir verstellen die OVP schwelle in den erlaubten Spannungsbereich des Akkus hinein, z. B. auf 3,5 V. Jetzt darf man natürlich - mit kleinem Strom - den Akku laden, und wenn die erste Zelle ueber 3,5 V läuft, sollte das BMS den Ladestrom abschalten.

- Variante 2 - ersetzen einer Stufe des Akkus durch eine "andere" Akkuzelle.
Ein Trick, den ich mir vor einer Weile ausgedacht habe. Der ist auch dann anwendbar, wenn die Parameter, OVP, UVP nicht verstellbar sind. Man kann sie so sogar austesten !

Solange wir dem Akku keinen Strom Laden oder Entnehmen, ist es völlig egal, was für Akkuzellen in den einzelnen Stufen drin sind. Das BMS "sieht" ja nur die Spannung, nicht die Chemie, nicht die Kapazität...... also könnten wir eine ganze "Stufe" z.B. durch eine einzelne 18650er Lithiumzelle, eine NMC, ersetzen. Das BMS wird beim Einschalten nur die Spannung dieser Zelle "sehen".

Wenn diese einzelne Zelle erstmal auf der gleichen Spannung ist, wie alle anderen Stufen, z.B. 3,3 Volt, so ist das BMS vollkommen zufrieden und zeigt alle Spannungen an. Nun haben wir aber eine Stufe, der es egal ist, wenn wir sie z.B. über 3,75 V Laden..... nämlich die 18650er Stufe. die hält sogar 4,2 V aus....


Also laden wir diese einzelne LiIon Zelle mit einem Einzelzellenlader, schön gemütlich, und schauen was das BMS macht. Es wird brav die Spannung anzeigen, und bei OVP hoffentlich die Notbremse ziehen. Das messen wir am Ausgang einfach mit dem normale Multimeter. Wahrscheinlich schreit das BMS in der Anzeige eh um Hilfe.

So kann man jetzt in einer Stufe, oder mit viel Arbeit nacheinander in JEDER Stufe testen, ob ein BMS bezüglich OVP richtig funktioniert. Und für UVP grösser als 2,5 V genauso.

Für sehr tiefes UVP nimmt man statt der 18650er LiIon zwei in Reihe geschaltete NiMh Zellen, die kleinen AA Zellen ausm Aldi reichen aus. die kann man pro zelle von 1 bis 1,5 V, alsi in Reihe von 2 bis 3 V betreiben.


Wird fortgesetzt

Nachtrag: so wie ich das sehe, wäre eine Beschreibung: "mechanischer Aufbau" genauso interessant. Ich ziehe es mal in Betracht, wenn ich hier fertig bin.
Zuletzt geändert von Carolus am Mi Mai 18, 2022 9:28 am, insgesamt 13-mal geändert.
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PvMaker
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von PvMaker »

Klasse beschrieben, danke für die Beschreibung. Finde die Variante von allen die ich bisher gelesen habe am besten! TOP :clap:
Laden von zellen mit der kleinsten Spannung mit dem labornetzteil, das natürlich auf 3,55 V und sinnvillem maximalstrom angeschlossen wird.
Nimmst Du dafür die Zellverbinder ab, oder gehst einfach im angeschlossenen Zustand an die Pole dran?

Für Stufe 1 würde ich tatsächlich direkt ein Victron MPPT nehmen wollen oder sogar einen Multiplus im Charge Only Modus, da brauch ich doch den Chinaböller mit 7A nicht bemühen, oder?
Carolus
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von Carolus »

PvMaker hat geschrieben: Do Mai 12, 2022 9:38 am Klasse beschrieben, danke für die Beschreibung. Finde die Variante von allen die ich bisher gelesen habe am besten! TOP :clap:
Laden von zellen mit der kleinsten Spannung mit dem labornetzteil, das natürlich auf 3,55 V und sinnvillem maximalstrom angeschlossen wird.
Nimmst Du dafür die Zellverbinder ab, oder gehst einfach im angeschlossenen Zustand an die Pole dran?
Ich lasse die Zellverbinder dran. Aber ich nehme bewusst die beiden Kabel des Netzteils von ihren vorherigen Anschlüssen ab, verbinde das Netzteil mit dem Voltmeter, stelle die Spannung neu ein, und prüfe 3mal (dreimal) den neuen Anschluss beider Leitungen an die neue Stelle des Akkus.

Das ist ein wichtiger Rat , arbeite langsam , überlegt und sorgfältig.
PvMaker hat geschrieben: Do Mai 12, 2022 9:38 am
Für Stufe 1 würde ich tatsächlich direkt ein Victron MPPT nehmen wollen oder sogar einen Multiplus im Charge Only Modus, da brauch ich doch den Chinaböller mit 7A nicht bemühen, oder?
Wenn MPPT Lader einstellbare Ausgangsspannung hat, kannst du das Schnellladen machen. Wenn nicht, dann verlierst du eine Stufe der Sicherheit : das langsame erhöhen der Spannung stellt sicher, dass keine Zelle überladen werden kann. Dazu braucht die Abschaltung des BMS garnicht zu funktionieren. Wenn du mit voller Spannung lädst, bist du darauf angewiesen, dass die OVP Abschaltspannung notfalls funktioniert. Aber weisst du, ob das BMS wirklich intakt ist? Das Vertrauen gebe ich ihm erst später, wenn ich das getestet habe.
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JoshyJS
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von JoshyJS »

Ich habe bislang bewusst noch nicht gefunden wie hoch man die LiFePo4 Zellen laden sollte.
Ich habe 280Ah Zellen. Laut Spezi haben die 3.2V Nenn. Max 3.65V. Leer 2.5V.
Gekommen sind die mit 3.3V
Eingestellt habe ich den Victron auf 55V max und Erhaltungsspannung.
Jetzt nach 2 Wochen stelle ich fest, dass einige Zellen deutlich höher als andere geladen werden.
Der passive Blancer schafft die Riesenakkus nicht schnell genug.
Da rennen immer etwa 4 Zellen über Max und werde gedraint.
Bei 55V ist Ladeschluss aber die Zellen sind dann zwischen 3,35 und 3,6V unterwegs.
Als Abhife habe ich den Ladestrom erstmal auf 16A begrenzt. Dauert dann doppelt so lange.
Aber gibt den langsamen Zellen mehr Zeit. In der Jahreszeit im Moment eh egal. Gibt lange genug Strom.

Also.
Wie hoch sollte die maximale Spannung bei 16S des Packs eingestellt werden?
Wie hoch die maximale Spannung der Einzelzelle?
Sollte ich nochmal neu Erstbalancen?
Carolus
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von Carolus »

JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am Ich habe bislang bewusst noch nicht gefunden wie hoch man die LiFePo4 Zellen laden sollte.
Damit man Top balancieren kann, über 3,4 V/Zelle.
Ansonsten ist man ziemlich frei innerhalb der Datenblattgrenzen, naturgemäß hält man vom Maximalwert "etwas" Abstand. Ich benutze 3,47 V und bin damit vergleichsweise sehr tief, andere nutzen die 3,65 V voll aus, z.B. unsere Womofreunde, die unbedingt 4 Zellen so benutzen, als wäre es ein Bleiakku 12 V, und der wird nun mal mit 14,4 V geladen.
JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am Ich habe 280Ah Zellen. Laut Spezi haben die 3.2V Nenn. Max 3.65V. Leer 2.5V.
Gekommen sind die mit 3.3V
Eingestellt habe ich den Victron auf 55V max und Erhaltungsspannung.
Damit wärest du sehr tief, in meiner Liga. Und je nachdem wie lange die anliegend, gibt es nur kurze Zeit zum balancieren.
Wie lange Zeit gibt der victron dafür?
JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am Jetzt nach 2 Wochen stelle ich fest, dass einige Zellen deutlich höher als andere geladen werden.
War das je anders oder schon immer so?
JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am Der passive Blancer schafft die Riesenakkus nicht schnell genug.
Wer oder was balanciert denn bei dir?
JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am Da rennen immer etwa 4 Zellen über Max und werde gedraint.
Heisst das, 4 Zellen laufen hoch über 3,6 V ? Und ab welcher Spannung wird balanciert?
JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am Bei 55V ist Ladeschluss aber die Zellen sind dann zwischen 3,35 und 3,6V unterwegs.
Die 3,6er sind voll, die anderen noch lange nicht.
JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am Als Abhife habe ich den Ladestrom erstmal auf 16A begrenzt. Dauert dann doppelt so lange.

Aber gibt den langsamen Zellen mehr Zeit.
Die Zellen sind nicht zu langsam, sondern denen fehlt Ladung.
JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am Also.
Wie hoch sollte die maximale Spannung bei 16S des Packs eingestellt werden?
Das ist nicht das Problem. Sondern, dein Akku ist nicht ausbalanciert. Warum das so ist, kann man so nur raten.
Wäre er ausbalanciert, hätten bei 55 V alle Zellen ungefähr 3,45 V. Und da musst du dem Akku helfen, du musst ihn dahin bringen.
JoshyJS hat geschrieben: Fr Mai 13, 2022 11:56 am
Sollte ich nochmal neu Erstbalancen?
Folge dem, was ich oben in der ersten Post als Stufe 2 - balancieren bezeichnet habe.
Wenn du kein Labornetzteil hast, dann mach's nur mit der Lampe.
Und dann kann man weitersehen.
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JoshyJS
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von JoshyJS »

Mit den ganzen Einzelquoutes ist das total unübersichtlich...

Der Victron lädt normalerdings mit 32A.
Nachts werden ca. 5kwh gebraucht.
Bis 11 Uhr hat der Victron im Moment den Akku wieder bei 55V. Ist sehr sonnig.
Aber wie gesagt. 3,35 bis 3,65. Alles dabei.

Warum wären 55V sehr tief in Deiner Liga?
3,47x16 sind 55,52. So weit ist das nicht weg?
Habe ich auch erstmal so gemacht um die Akkus nicht zu überladen.

Die ersten Tage war der Balancer noch nicht fertig. Kann ich nicht sagen.
Hab von Hand gemessen und war der Meinung die driften noch nicht.

Es balanced eine DIYBMS von Stuart Pittaway. Inklusive CAN Anbindung.

Nachdem ich gesehen habe, dass einige Zellen sehr hoch laden habe diese früher zum drainen eingestellt.
Global sollen die Zellen nicht über 3600mv. Die höher ladenden habe ich auf 3500mv eingestellt.
Damit drainen die früher als die anderen. Während die anderen noch laden.
Bei 55V stellt der Victron das ganze jedoch ab. BMS draint bis zu den eingestellten werten an den "überladenen" Zellen
Aber das Laden des Victron springt nicht sofort wieder an.
Carolus
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von Carolus »

Fragen:
meinst mit "drainen" balancieren?
Wie hoch ist der Balancerstrom?
Kannst du tatsächlich den Einsatz des balancierens für jeder Zelle getrennt einstellen?

Mach dir Mal folgende Zusammenhang klar:
Wäre deine Ladespannung nicht so niedrig, dann würden deine 4 Zellen die jetzt schon als erste voll sind , noch weiter in der Spannung hochlaufen und ggf über 3,65 gehen, was das BMS verhindern würde oder sollte. Ohne dass die anderen, dabei genug mitbekommen, um selber voll zu werden.
Deswegen funktioniert dein Akku momentan nur deswegen , weil deine Spannung so niedrig ist.
Bring den Akku in Ordnung, wie ich gesagt habe, dann erst kann man schauen, was die Ursache ist.
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JoshyJS
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von JoshyJS »

Mir ist schon klar, dass die Zellen geringerer Spannung nicht weiter laden weil die Batterie schon 55V erreicht hat.
Die Zellen mit hoher Spannung sollen ja nicht weiter laden.
Aber da hier keine Einzelzellenladung besteht ist das das Limit des günstigen Systems.
Das ist einfach dafür nicht intelligent genug. Eben ein wenig doof.

Ja. Die BMS von Stuart kann sehr individuell eingestellt werden.
Jede Zelle hat ein eigenes Zellenboard das einzeln programmiert werden kann.
Der Controller verarbeitet die Daten der Zellenboards und stellt diverse Funktionen zur Verfügung.
Webserver, CAN, Modbus, RS485, AVR Programmer. Sehr flexibel.

Ich hatte balancen bislang mit Ladungsaustausch verbunden.
Dass nur Energie verheizt wird war mir anfangs nicht klar.
Es wird also Energie verbrannt, abgelassen. Englisch: drain.
Ein passiver Balancer verhindert nur einen weiteren Spannungsanstieg durch Verbrauch der Energie.

Das jeweilige Zellenboard kann va. 0,8A pro Zelle verbrennen. Dann wirds ihm zu heiss.
Bei 65°C muss das Board zurück fahren damit es sich nicht selbst beschädigt.
( Bzw. selbst die Abregeltemperatur kann eingestellt werden. )
Man könnte noch Kühlkörper auf die Boards packen. Dann gehen bis zu 1,2A pro Zelle.
BMS.jpg
Ich stelle auch noch einmal um. Es gibt eine Version des Zellenboards welches direkt auf die Pole geschraubt wird.
Die verbaue ich nächste Woche.
Bildschirmfoto 2022-04-30 um 04.03.53.jpg
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voltmeter
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von voltmeter »

JoshyJS hat geschrieben: Sa Mai 14, 2022 9:03 am

Ich stelle auch noch einmal um. Es gibt eine Version des Zellenboards welches direkt auf die Pole geschraubt wird.
Die verbaue ich nächste Woche.
interessant ist es das v4.4 nur in anderer form hat es die selbe entladeleistung nur mit etws mehr widerständen?
wie siet es da temperaturtechnisch aus reicht die passive kühlung

wo kann man da was zu finden bom und cpl für jlcbcb?

wozu ist da tx2 und rx2?

wie siet es mit übergangsiderständen aus da die platine ja unter den busbars sitzt
Carolus
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Re: Seriell initialsieren von Akkus - howto

Beitrag von Carolus »

At Joshyjs
Interessantes System.
Eigentlich kann man mit dem Balancerstrom schon etwas anfangen. Erstaunlich, dass das System damit so ausser Balance gerät.
Nochmal, ich würde es von Hand in Balance Bringen, dann zuschauen was passiert.
Kann es sein, dass du balanceranschluesse vertauscht hast ? Ist aber nur eine Spekulation.
Ich bin kein Amateur, aber ich lerne trotzdem noch.
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