LiFePo4 Akkus füe e-Bikes?

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TeNeCo
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LiFePo4 Akkus füe e-Bikes?

Beitrag von TeNeCo »

Hallo in die Runde,

mich würde ein e-Bike mit LiFePo4 Akku interessieren, schon weil sie langlebiger sind. Im Internet habe ich bislang nur Umbausätze gefunden.

Gibt es auch e-Bikes, die serienmäßig LiFePo4 Akkus mitbringen?

Hat Jemand Erfahrung mit den Umbausätzen?

Stefan

PS Hier oder bei eBay habe ich etwas gefunden.
frankenfrank
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Re: LiFePo4 Akkus füe e-Bikes?

Beitrag von frankenfrank »

LiFePo4 sind halt sehr Spannungs-Stabil.

Wenn Das nicht benötigt wird, weil die Endgeschwindigkeit des Motors nicht durch die Akkuspannung begrenzt wird, sondern auf 25km/h, dann ist der Punkt nicht relevant.

Weiterhin vertragen LiFePo mehr Ladezyklen. Wenn man aber einen Akku hat, der 90km reale Reichweite hat, dann hält der bei 1000 Vollzyklen wie lange ??? 90.000km! Wenn man dem Akku volle Zyklen ersparen kann, dann macht der auch 2000 Zyklen (180.000km) und hält danach "nur" noch 70km.

Ein im Vergleich zu LiCoMg gleich großer und gleich schwerer LiFePo4 hätte aber "Neu" schon nur 60km statt 90km....

Daher ist am Fahrrad Gewicht und Volumen entscheidend.

Die fehlende Ladefähigkeit bei leichten Frost-Temperaturen spricht auch gegen LiFePo.

Daher: Lieber einen guten(!) konventionellen Akku zusammenpunkten lassen.

Ich habe seit 6 Jahren einen Extender-Akku 13s5p aus SONY-US18650V3 (heute völlig überholt) am S-Pedelec. Die galten damals als "Drift-Frei" und laufen bei mir ohne Balancer und BMS parallel zum Werks-Akkupack (13s3p).
Hab mir dem Konstrukt aber erst rund 25.000km gefahren. Einen Reichweitenverlust kann ich in meinem Alltag noch nicht bemerken. Die Zellen haben aber auch durch die Erweiterung von 3p auf 8p nichts mehr auszustehen, und Ladeschluss ist bei mir Regulär bei 4.1V und Entladen wird bis max. 3.1V.

Ich empfehle daher stabile Zellen, im Zweifel ein paar mehr davon, und dafür das Ladefenster klein halten.

Ob es heute noch Zellen gibt, die man als "driftfrei" ansehen darf, bzw. ob man das damals durfte, sei mal dahingestellt. Ich hatte mich dafür entschieden, den Balancer und ein weiteres BMS als Fehlerquelle auszuschließen.
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MisterRayX
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Re: LiFePo4 Akkus füe e-Bikes?

Beitrag von MisterRayX »

Ich fahre seit Jahren einige Päcks mit Sony VTC5 und NC1-Zellen Balancer und BMS frei.
Laufen seit Einbau stressfrei.

2,5kWh-Päcks wohlgemerkt - nicht im Fahrrad sondern in diversen
Fahrzeugen... mit weit mehr als 30tkm schon.

Weniger messen bedeutet auch weniger mist messen ;)
Cephalotus
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Re: LiFePo4 Akkus füe e-Bikes?

Beitrag von Cephalotus »

Shimano hatte 2010 die erste Version des STEPS Antriebs vorgestellt.

Der hatte einen LTO Akku drin. Der Aufschrei war allerdings riesig, wie man denn so eine Mini-Kapazität anbieten könne und deshalb ist Shimano dann auch den herkömmlichen Weg gegangen und die Consumer Welt bekam doch keine Lithium-Titanat Akkus. Die als 2nd life wären sicher sehr begehrt gewesen.

LFP Freunde gabs es in der DIY Community auch einige, bei uns vor allem die A123 M1 Zellen, die Tüten von "Ping" und dann noch die Headway Rundzellen.
Letztere hatten krasse Selbstentladungsprobleme, da hat man sich zu Tode gebalanced, auch die Ping sind dann noch eher "normaler Zeit" gestorben und heute hört man nix mehr davon und die A123 waren damals den meisten Leuten eh viel zu teuer und dann gabs ja die A123 Probleme mit Insolvenz, verlagrung der produktion nach China, Qualitätsproblemen, C-Ware und fakes usw.

Bei dem Amis sind LFP noch etwas beliebter, die baue ja gerne irgendwelche Highspeed Motorräder mit großer Leistung.

Im heutigen Pedelecmarkt spielen LFP gar keine Rolle mehr und das meiner Ansicht nach völlig zurecht. In den 18650er und 26650 Bauformen gibt es nur wenige Anbieter und die sind technologisch auf dem Stand von vor 15-20 Jahren.
Mit NMC bekomme ich im selben Volumen / Gewicht die 2-3-fache Kapazität unter, wenn ich die nur halb entlade halten die länger als die verfügbaren LFP und sind ja selbst gealtert noch besser als LFP nagelneu. Sie sind unempfindlicher bei Kälte (A123 war ne Ausnahme, die hatten eine anders strukturierte Anode mit deutlich beschleunigter Interkalation der Li-Ionen) und der Ladezustand ist viel einfacher festzustellen.

Ein Sicherheitsproblem sehe ich bei herkömmlichen Markenrundzellen in ebike Akkupacks nicht, das häufigste Sicherheitsproblem dürfte dort eher das BMS sein und das generelle Zellpackdesign.

Drei Dinge gibt es, womit ich eine moderne 18650er Markenzelle eines etablierten Herstellers zum Brennen bekommen kann.

1. Lithium bzw Kupfer Dendriten durch Schnellladen bei Kälte und Weiterverwendung tiefentladener Zellen. Ein funktionierendes BMS sollte beides verhindern, gleichzeitig ist das Verwenden tiefentaldener Zellen eins der hauptdinge, die Bastler gerne am BMS vorbei machen. meistens geht das gut und die Zellen mit internem Kurzschluss werden nur warm. Manchmal ist das aber der Startpunkt für einen thermal runaway irgendwo in der Zelle.

2. Die Zelle wird durch Feuer gezündet. Das ist im Grunde trivial, aber Pedelecakkus haben halt keine Mechanismen, die das Durchzünden der Zellen verhindern, wenn mal die erste brennt oder sonst was im Akku. Gibt schöne Youtube Videos, wo man das Zünden der Zellen nach und nach wunderbar sieht. Die NASA hat seinerzeit ein Konzept veröffentlicht, wie man genau das verhindert, aber das wäre halt teurer und schwerer und bei Selberbauern hab ichs bisher noch nie gesehen. Das BMS ist hier natürlich hilflos.

3. Ein Kurzschluss in einer Zelle und die parallelen Schwestern heizen mit vollem Kurzschlusstrom da rein. Auch das verhindern die kommerziellen Akkupacks in Pedelecs leider nicht und auch das BMS kann daran nichts tun.

Das BMS verhindert ansonsten Überladung und Tiefentladung. Beides ist zwar sehr unschön und schädlich, führt aber bei 18650er garnicht zum Brand. (Ausnahme tiefentladen und dann wieder hoch laden). Ich will den sehen, der eine moderne 18650er der bekannten Markenhersteller mit Überladen zum brennen bringt. das ist ein klassischer Sicherheitstest, den die Zellen alle ohne zu brennen bestehen. Überleben tun sie das natürlich nicht.

MfG
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DermitdemStromtanzt
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Re: LiFePo4 Akkus füe e-Bikes?

Beitrag von DermitdemStromtanzt »

Lifepo für E-Bikes....

Mein erster Akku fürs E Bike war ein Lifepo,
wurd dann aber schnell ersetzt da zu schwer. :thumbdown:

Verrichtet aber heute noch seinen Dienst als Wechselakku.(8 Jahre alt)


Lithium Ion ist echt besser fürs E Bike,LFP kann man sich ins Lastenrad einbauen da dort das Gewicht keine Rolle spielt.
Aus diesem Grund hat auch kein Händler serienmässig LFP am Rad.

Mfg
https://www.youtube.com/watch?v=lN59ZJr6QEM Mr. Autark himself
Make Germany Great Again: sagen die öffentlich rechtlichen...-->> https://www.youtube.com/watch?v=yEZLT9cFMV0
Ich mag gigantische Windkraft nicht !
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